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Hunde "von den Kumutschen" Komondor und Kaukasischer Owtscharka |
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akt. 10.12.2002 |
| Nachfolgend finden Sie eine Passage aus dem Buch "Trumlers Ratgeber für den Hundefreunde" von Eberhard Trumler, ISBN 3-492-02259-6, erschienen 1977 im R.Piper & Co. Verlag München. Mit freundlicher Genehmigung von Frau Erika Trumler. Das Buch enthält "1000 Tips" für alle Lebenslagen mit dem Hund - von der Anschaffung bis zur Erziehung. |
| Eberhard Trumler gründete vor rund 30 Jahren die Gesellschaft für Haustierforschung e.V. |
Stubenreinheit
Es wäre eine Überforderung der psychischen Kräfte des Welpen, gleich am ersten Tag zu erwarten, daß man dem Kleinen mit – wenn auch vielleicht sanfter – Gewalt Stubenreinheit beibringen könnte. Man darf schließlich nicht übersehen, daß doch der Hund in einer ihm völlig fremden Umgebung nicht ahnen kann, wohin er mit seinen in diesem Alter noch recht häufigen Bedürfnissen soll! Bis zum Tag des ersten Lagerverlassens – gewöhnlich der 21. Lebenstag – sorgt die Mutter für die Abgabe und Beseitigung der Ausscheidungen. Ab da aber krabbelt jeder normale Welpe ganz von selbst aus der Hütte, wenn er einmal muß. Er setzt sich dann auch nicht gleich dicht neben die Hütte, sondern sucht einen Platz, der möglichst weit entfernt und von den Alttieren meist schon geruchsmarkiert ist. In der Nähe wäre es geradezu selbstmörderisch für Wölfe, wenn die Exkremente dicht neben dem Wurflager abgesetzt würden. Das führt einen Freßfeind direkt zum Lager, wo die kleinen Welpen vielleicht gerade unbewacht sind.
Beim Züchter, der seine Hündin in einem größeren Zwinger hält, können also die Welpen ihren wohl angeborenen Drang, zum Ausscheiden weit weg vom Schlaflager zu laufen, gut einspielen. Ist der Zwinger aber zu klein oder leben die Welpen mit der Mutterhündin in einem Zimmer, dann passiert es nur zu leicht, daß sie sich die natürliche Stubenreinheit abgewöhnen. Es gibt nun Züchter, die es als naturgegeben ansehen, daß die Welpen mangels Auslauf wahllos durch die Gegend machen, und es gibt Züchter, die doch so schlau sind, daß sie unter solchen Umständen einen eigenen Kotplatz anlegen, der bereits von der Hündin benutzt wird, solange die Welpen noch im Lager bleiben. Eine flache, große Kiste mit Sand oder anderem, leicht entfernbaren Material. Etwa Zeitungspapier, das sich ausgezeichnet bewährt. Die Welpen folgen dann ganz automatisch dem Beispiel der Mutter.
Man sehe sich also um, wie der Züchter, von dem man den Welpen bezogen hat, dieses Problem handhabt. Wer es ganz schlau anstellen will, nehme sich beim Abholen des Welpen ein wenig bereits benutzten Sand, benutztes Papier oder Sägespäne mit dieser Geruchsimprägnierung mit. Nicht gleich einen ganzen Sack voll, es genügen kleinste Mengen, so viel wie in ein Tablettenröhrchen hineinpaßt. Zu Hause angekommen, wird der bereits vorbereitete und mit gleichartigem Material versehene Kotplatz damit bestückt und dem Welpen vorgestellt, indem man ihn draufstellt. Dann geht man weg und begibt sich dorthin, wo man seinen gewohnten Platz eben hat. Ganz sicher interessiert den Welpen dieser "heimische Duft", und wenn er auch im Augenblick gerade nicht muß, so erkundet er jetzt zumindest den Weg, der von dieser Toilette zum neuen Herrchen führt. Er will ja nicht allein bleiben und hat noch einen ausgeprägten Folgetrieb. Aber ein selbstgelaufener Weg ist ein Erfahrungswert, und so wird ihn der Welpe ziemlich sicher zurücklaufen, wenn er nun doch muß. Also nach Vorstellung der Toilette den Welpen nicht von dieser wegtragen, sondern bestenfalls weglocken.
Sollte der Welpe dennoch vergessen, wo es war, und, immer noch, verwirrt von den vielen neuen Sinneseindrücken, die schönste Stelle auf unserem Teppich suchen, ist nichts verloren. Es ist für ihn ohnehin selbstverständlich, daß wir mit dem Neuankömmling so lange zusammenbleiben, bis ihn die Müdigkeit übermannt und er sich zum Schlafen legt. Fängt er also an, mit tiefer Nase am Boden zu schnuppern und dabei seinen Kreisgang einzuschalten, sich also auf einem Fleck im Kreis zu drehen, dann weiß man, was man zu erwarten hat. Jetzt heißt es schnell handeln. Auf keinen Fall aber darf man den Welpen jetzt erschrecken, sonst vergißt er, daß er muß. Also reden wir freundlich auf ihn ein, nehmen ihn hoch und bringen ihn zu seiner Toilette, worauf wir uns wieder in Richtung Sitzplatz zurückbewegen, allerdings nur soweit, daß wir sehen können, ob wir mit dieser Maßnahme Erfolg hatten.
Sollte es nicht klappen und der Welpe, ohne sich zu lösen, uns wieder nachlaufen, müssen wir uns eben in Geduld üben und warten, wann es ihn wieder überkommt.
Sollten wir diesen Augenblick verpassen, dann können wir wirklich nichts anderes tun als ruhig zusehen. Wenn er fertig ist und den Ort seines Versagens verlassen hat, nehmen wir etwas Saugfähiges, z.B. ein Stück Papiertaschentuch, benetzen es ein bißchen mit dieser Bescherung und legen es in das Kistchen. Hernach putzen wir und übertönen den Geruch der besagten Stelle mit einem scharf riechenden Putzmittel, Ammoniak oder Essig.
Schimpfen, schütteln und anderes hat da überhaupt keinen Erfolg. Das überlieferte Reinstecken der Welpennase ist kein Erziehungsmittel, sondern nur der Beweis dafür, daß Aberglauben in der Hundehaltung nur sehr schwer ausrottbar ist.
Schaffen wir es, daß der Welpe die Toilette benutzt, dann haben wir gewonnen und dürfen dieser unserer Freude laut und für den Welpen verständlich Ausdruck geben. Loben, loben, und nochmals loben. Einen anderen Weg gibt es nicht.
Sich sechs bis sieben Mal am Tag zu lösen, ist für den Welpen ein unabweisliches Bedürfnis und außerdem mit einem gewissen Lustempfinden verbunden. Strafen wir, so ist er nicht in der Lage, unsere Verhaltensweise mit dem Ort seines strafwürdigen Tuns zu verknüpfen – er muß zwangsläufig zu dem Schluß kommen, daß wir böse sind, weil er gemußt hat! Also wird er daraus folgern, daß wir nicht wollen, daß er sich löst. Da er aber – vor allem in diesem Alter – seinen Drang nicht unterdrücken kann, wird er in einen schweren seelischen Konflikt kommen und alles daran setzen, sich bei dieser Notwendigkeit unseren Blicken zu entziehen. Dann haben wir die Bescherung unter der Couch oder draußen im Flur. Das bringt ihm zweierlei Erfahrungen: ersten die, daß es in unserer Wohnung sehr geeignete Möglichkeiten gibt, wo er hinmachen kann, ohne daß wir es bemerken, zweitens, daß er unseren Unwillen erregt, wenn er macht. Also wird er ganz folgerichtig bei einem Spaziergang alle seine Kräfte zusammennehmen, uns diesen Anblick zu ersparen, und dann, sobald wir wieder zu Hause sind, einen solchen vor unseren Blicken geschützten Ort zwecks Befreiung innerer Dränge aufsuchen. Schließlich will er uns ja zu Gefallen sein, als braver, das Herrchen liebender Welpe.
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